Krampfanfall bei Hund und Katze: was jetzt zu tun ist
19. August 20262 Min. Lesezeit
Ein Krampfanfall sieht dramatisch aus und ist für Halter:innen fast immer ein Schock. Die gute Nachricht: Der einzelne Anfall endet meist von selbst nach ein bis zwei Minuten. Entscheidend ist, was du in dieser Zeit tust, und was danach passiert.
Wie ein Anfall typischerweise abläuft
Viele Anfälle folgen einem erkennbaren Muster: Das Tier wirkt vorher unruhig, sucht Nähe oder starrt ins Leere. Dann fällt es um, die Muskulatur wird steif, es folgen ruckartige Ruderbewegungen der Beine. Speicheln sowie Harn- oder Kotabsatz während des Anfalls sind typisch und kein zusätzliches Alarmzeichen. Nach dem Anfall sind viele Tiere minutenlang bis stundenlang verwirrt, wackelig oder auffällig hungrig.
Was du während des Anfalls tun solltest
- Ruhe bewahren und die Uhrzeit merken. Die Dauer ist die wichtigste Information für die Praxis.
- Umgebung sichern: Möbelkanten, Treppen und harte Gegenstände aus dem Weg räumen, Licht dämpfen, Lärm reduzieren.
- Nicht ins Maul fassen. Tiere verschlucken ihre Zunge nicht. Der Griff ins Maul führt aber regelmäßig zu schweren Bissverletzungen.
- Nicht festhalten. Das beendet den Anfall nicht und erhöht nur das Verletzungsrisiko für beide Seiten.
- Wenn möglich filmen. Ein kurzes Handyvideo hilft der Praxis bei der Einordnung enorm.
Wann es ein akuter Notfall ist
Sofort in eine Praxis oder Klinik, nicht bis zum nächsten Tag warten:
- Der Anfall dauert länger als fünf Minuten
- Mehrere Anfälle hintereinander, ohne dass das Tier dazwischen wieder richtig zu sich kommt
- Es ist der allererste Anfall überhaupt
- Es besteht Verdacht auf eine Vergiftung oder eine vorausgegangene Verletzung
- Das Tier bleibt danach ungewöhnlich lange benommen oder atmet schwer
Was dahinterstecken kann
Krampfanfälle sind ein Symptom, keine Diagnose. Neben der Epilepsie kommen unter anderem Vergiftungen, Stoffwechselerkrankungen wie Leber- oder Nierenprobleme, ein sehr niedriger Blutzucker, Infektionen oder Veränderungen im Gehirn infrage. Welche Abklärung sinnvoll ist (von der Blutuntersuchung bis zur Bildgebung) entscheidet die Praxis nach Alter, Vorgeschichte und Anfallsmuster.
Ein Anfallstagebuch hilft
Bei wiederkehrenden Anfällen ist eine einfache Notiz viel wert: Datum, Uhrzeit, Dauer, wie das Tier davor und danach war, aktuelle Medikamente. Daraus wird sichtbar, ob Anfälle häufiger werden, und ob eine Therapie anschlägt.
Ersetzt keine tierärztliche Versorgung
Diese Hinweise helfen bei der Ersteinschätzung. Jeder erste Krampfanfall und jede Häufung gehört tierärztlich abgeklärt.
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