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Notfall

Wunden bei Hund und Katze richtig versorgen

19. August 20262 Min. Lesezeit

Schnitt an der Pfote, Kratzer beim Toben, Bisswunde nach einem Revierstreit: Verletzungen passieren schnell. Die wichtigste Entscheidung ist, ob eine Wunde zu Hause versorgt werden kann oder nicht.

Wunden, die in die Praxis gehören

  • Bisswunden: immer, auch wenn außen nur ein winziges Loch zu sehen ist. Darunter liegen oft Quetschungen und Keime, und die Wunde verschließt sich außen, während sich innen eine Entzündung bildet.
  • Stark blutende Wunden, besonders spritzendes Blut
  • Klaffende Wunden, bei denen die Ränder nicht aneinanderliegen. Sie brauchen meist Naht oder Klammern, und zwar möglichst innerhalb weniger Stunden
  • Tiefe Wunden, bei denen Fettgewebe, Muskel oder Sehne sichtbar ist
  • Wunden am Auge, im Maul, am Bauch oder am Brustkorb
  • Verschmutzte Wunden mit Erde, Splittern oder Fremdmaterial
  • Verbrennungen und Verätzungen

Erste Versorgung zu Hause

  1. Selbstschutz zuerst. Auch das liebste Tier beißt vor Schmerz. Bei Hunden hilft eine improvisierte Maulschlinge, bei Katzen ein Handtuch.
  2. Blutung stillen: saubere Kompresse auflegen und mehrere Minuten gleichmäßig drücken. Nicht ständig nachschauen, ob es schon steht.
  3. Kein Abbinden von Beinen oder Rute: das richtet häufiger Schaden an als es hilft.
  4. Grob reinigen nur mit klarem Wasser oder steriler Kochsalzlösung.
  5. Kein Alkohol, kein Jod, kein Wasserstoffperoxid, keine Wund- oder Zugsalbe, solange die Wunde nicht beurteilt wurde. Diese Mittel reizen das Gewebe und erschweren die Beurteilung in der Praxis.
  6. Ablecken verhindern: notfalls mit Halskragen oder Body.

Was du der Praxis sagen solltest

Wann und wodurch die Verletzung entstanden ist, ob ein anderes Tier beteiligt war, wie stark es geblutet hat und ob dein Tier gegen Tollwut geimpft ist. Nach Kontakt mit einem fremden oder freilebenden Tier ist der Impfstatus eine ernstzunehmende Frage, auch für dich selbst, siehe Zoonose.

Heilung im Blick behalten

Wärme, Schwellung, zunehmende Rötung, Eiter, unangenehmer Geruch, Schmerzhaftigkeit nach anfänglicher Besserung oder Fieber sind Zeichen für eine Wundinfektion. Dann gehört das Tier erneut vorgestellt, auch wenn die Wunde ursprünglich harmlos aussah.

Die Hausapotheke fürs Tier

Sterile Kompressen, selbsthaftende Binde, Verbandwatte, Pinzette, stumpfe Schere, Einmalhandschuhe, sterile Kochsalzlösung, Zeckenzange, eine Rettungsdecke und die Telefonnummer eurer Praxis plus des nächsten Notdienstes. Ausführlicher: Erste Hilfe beim Hund und Erste Hilfe bei der Katze.

Ersetzt keine tierärztliche Versorgung

Diese Hinweise überbrücken die Zeit bis zur Behandlung. Ob genäht, gespült oder antibiotisch behandelt werden muss, entscheidet die Praxis.

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