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Haustier entlaufen: was in den ersten Stunden zählt

19. August 20263 Min. Lesezeit

Wenn ein Tier weg ist, entscheidet die erste Stunde oft mehr als der ganze Rest der Woche. Diese Reihenfolge hat sich bewährt, auch weil sie verhindert, dass man in Panik das Falsche zuerst macht.

Sofort: die ersten 60 Minuten

  1. Am Ort bleiben oder zurückkehren. Viele Hunde kommen an die Stelle zurück, an der sie den Anschluss verloren haben. Wenn du kannst, lass jemanden dort warten.
  2. Nicht hinterherlaufen und nicht rufen wie beim Rückruftraining. Ein panisches Tier läuft weiter. Besser: hinsetzen, ruhig sprechen, warten.
  3. Chipnummer heraussuchen: sie steht im EU-Heimtierausweis. Ohne sie geht bei allen Meldestellen nichts, siehe Mikrochip.
  4. Ein aktuelles Foto bereitlegen, auf dem besondere Merkmale zu sehen sind.
  5. Nächste Umgebung absuchen: Garagen, Keller, Schuppen, Hecken, unter Autos. Katzen sitzen fast immer sehr nah und sehr still, oft im Umkreis weniger Häuser.

Melden, und zwar überall

  • Tierheime und Tierschutzvereine der Umgebung, auch die im Nachbarbezirk
  • Tierärztliche Praxen in der Umgebung: Dort werden gefundene Tiere gebracht und die Chipnummer ausgelesen
  • Gemeinde beziehungsweise Bezirksverwaltung und Polizei
  • Heimtierdatenbank, in der dein Tier registriert ist: dort lässt sich das Tier meist als vermisst melden
  • Straßenmeisterei oder Jagdausübungsberechtigte, wenn das Tier in der Nähe einer stark befahrenen Straße verschwunden ist
  • Örtliche Suchgruppen in sozialen Netzwerken

Beim Melden immer angeben: Chipnummer, Rasse, Farbe, Größe, Geschlecht, Ort und Uhrzeit des Verschwindens, deine Telefonnummer.

Ein Chip hilft nur, wenn die Registrierung aktuell ist. Prüf heute, ob deine Telefonnummer in der Datenbank noch stimmt. Nach einem Umzug ist das der häufigste Grund, warum ein gefundenes Tier nicht zugeordnet werden kann. Mehr dazu: Hund chippen.

Systematisch suchen

Bei Katzen in den Nachtstunden suchen, wenn es ruhig ist: mit Taschenlampe langsam gehen, immer wieder stehen bleiben und lauschen. Die Reflexion der Augen im Lichtkegel ist oft das Erste, was man sieht. Stell Futter und die gewohnte Katzentoilette vor die Tür. Der eigene Geruch wirkt besser als jedes Lockmittel. Eine gekippte Balkontür oder ein offener Kellerschacht ist der häufigste Fundort.

Bei Hunden die Umgebung großflächiger abfahren und Passant:innen, Hundehalter:innen und Zusteller:innen ansprechen. Kleide dich vertraut, nimm ein Spielzeug mit bekanntem Geräusch mit, und wenn du den Hund siehst: nicht frontal zulaufen. Hinhocken, wegdrehen, warten.

Aushänge an Ortseingängen, Supermärkten, Bushaltestellen und in der Tierarztpraxis: großes Foto, kurze Beschreibung, Telefonnummer, Ort und Datum. Setz keine Belohnungshöhe an. Das lockt vor allem falsche Anrufe.

Wenn dein Tier wieder da ist

Auch ein äußerlich unversehrtes Tier gehört nach längerer Abwesenheit untersucht: auf Verletzungen, Zecken, Dehydrierung und mögliche Vergiftungen, siehe Giftköder. Und melde das Tier bei allen Stellen wieder ab, bei denen du es gemeldet hast.

Vorbeugen

Chipnummer und Registrierung aktuell halten, ein zusätzliches Adressband am Halsband oder Geschirr, bei ängstlichen Hunden ein Sicherheitsgeschirr mit drei Verschlüssen, und bei Freigängerkatzen Kastration und Chip, siehe Freigängerkatze. Ein aktuelles Foto von vorne und von der Seite gehört ins Handy, nicht erst, wenn es gebraucht wird.

Ersetzt keine behördliche Auskunft

Zuständigkeiten und Meldewege unterscheiden sich je nach Gemeinde. Frag im Zweifel direkt bei deiner Gemeinde oder deiner Praxis nach.

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