Hund aus dem Auslandstierschutz: der Gesundheitscheck danach
19. August 20262 Min. Lesezeit
Ein Hund aus Spanien, Rumänien oder Ungarn bringt eine andere Krankheitsgeschichte mit als ein Welpe aus dem Nachbarort. Das ist kein Argument gegen die Adoption, aber ein guter Grund für einen strukturierten Gesundheitscheck nach dem Einzug.
Die Papiere zuerst
Prüfe EU-Heimtierausweis, Chipnummer und das Datum der Tollwutimpfung. Für die legale Einreise muss der Chip vor der Tollwutimpfung gesetzt worden sein, und zwischen Impfung und Einreise liegt eine Wartezeit. Passt die Reihenfolge nicht, ist der Impfschutz formal ungültig. Das lässt sich mit der Praxis klären und nachholen. Lass die Chipnummer beim ersten Termin auslesen und mit dem Ausweis abgleichen, siehe Mikrochip.
Der Bluttest auf Mittelmeerkrankheiten
Das ist der wichtigste Punkt. Diese Erkrankungen können Monate bis Jahre ohne Symptome verlaufen und trotzdem behandlungsbedürftig sein:
- Leishmaniose: durch Sandmücken übertragen, häufigste und langwierigste dieser Erkrankungen
- Herzwurm: siehe Herzwurm
- Ehrlichiose und Anaplasmose: durch Zecken übertragen
- Babesiose: kann akut schwer verlaufen
- Hepatozoonose und Dirofilaria repens, je nach Herkunftsregion
Ein Test direkt nach der Ankunft kann noch negativ sein, weil Antikörper Zeit brauchen. Deshalb ist eine Wiederholung nach etwa sechs Monaten üblich, auch wenn der Hund völlig gesund wirkt. Frag gezielt nach einem "Reisekrankheitenprofil" oder "Mittelmeerprofil"; welche Erreger sinnvoll sind, richtet sich nach dem Herkunftsland.
Ein negativer Test kurz nach der Ankunft ist eine Momentaufnahme, keine Entwarnung. Die Kontrolle nach einem halben Jahr ist der eigentlich aussagekräftige Test.
Was sonst zum Check gehört
Allgemeine Untersuchung mit Gewicht und Zahnstatus, Kotuntersuchung auf Würmer und Giardien (am besten aus drei Tagen gesammelt), Kontrolle auf Ektoparasiten, Abgleich des Impfstatus mit Nachimpfung bei unklarer Dokumentation und, je nach Vorgeschichte, ein Basis-Blutbild.
Auf diese Symptome solltest du in den ersten Monaten achten: Hautprobleme und schlecht heilende Stellen an Ohrrändern oder Nase, Nasenbluten, brüchige und übermäßig lange Krallen, Gewichtsverlust, Mattigkeit, Lahmheit, vermehrtes Trinken, geschwollene Lymphknoten.
Ankommen lassen
Plane die ersten zwei bis drei Wochen ruhig: bekannte Futtermarke zunächst beibehalten und langsam umstellen, wenig Besuch, kurze Spaziergänge an gut sitzendem Sicherheitsgeschirr. Angsthunde entwischen in dieser Phase am häufigsten. Den Tierarzttermin, wenn es die Gesundheit zulässt, in die zweite Woche legen und als reinen Kennenlerntermin beginnen, siehe Stressfrei zum Tierarzt.
Prophylaxe fortführen
Hunde aus Endemiegebieten profitieren dauerhaft von konsequentem Parasitenschutz, siehe Zeckenschutzmittel, besonders wenn ihr in den Süden reist, siehe Verreisen mit Hund.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Welche Tests im Einzelfall sinnvoll sind, hängt von Herkunftsregion, Alter und Vorgeschichte ab.
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