Meintierdoktor
Symptome & wann zum Tierarzt

Katze frisst nicht: ab wann es kritisch wird

19. August 20262 Min. Lesezeit

Eine Katze, die eine Mahlzeit auslässt, ist meist unauffällig. Eine Katze, die zwei Tage nichts frisst, ist es nicht: Bei Katzen kann längeres Fasten die Leber schädigen, weil der Körper Fett zu schnell mobilisiert. Das Problem betrifft übergewichtige Katzen besonders.

Frisst deine Katze länger als 24 Stunden gar nichts, gehört sie in tierärztliche Kontrolle, auch wenn sie sonst normal wirkt.

Erste Einordnung: Was genau passiert?

Es macht einen Unterschied, ob deine Katze nicht fressen will oder nicht fressen kann. Achte darauf, ob sie zum Napf kommt und dann zögert, ob sie Futter aufnimmt und wieder fallen lässt, ob sie einseitig kaut, speichelt oder das Maul berührungsempfindlich ist. Das zweite Muster deutet stark auf Schmerzen im Maul hin.

Häufige Ursachen

  • Zahn- und Zahnfleischerkrankungen: sehr häufig und lange unauffällig, siehe Zahnstein
  • Übelkeit bei Magen-Darm-Erkrankungen oder Nierenproblemen, etwa der chronischen Niereninsuffizienz
  • Schmerzen, zum Beispiel bei Arthrose. Katzen zeigen Schmerz vor allem durch Rückzug und weniger Fressen
  • Fieber und Infektionen
  • Stress und Veränderungen: Umzug, neues Tier, neue Möbel, veränderter Standort des Napfs
  • Futterwechsel oder verdorbenes Futter
  • Verstopfte Nase: Katzen fressen kaum, wenn sie nichts riechen
  • Fremdkörper, siehe Fremdkörper verschluckt

Wann du nicht mehr abwarten solltest

  • Mehr als 24 Stunden ohne Futteraufnahme, bei Kitten deutlich früher
  • Zusätzlich Erbrechen, Durchfall oder Speicheln
  • Gelbliche Verfärbung von Augen, Ohrinnenseiten oder Zahnfleisch
  • Trinken auffällig verändert, siehe Trinkt viel
  • Gewichtsverlust, struppiges Fell, Rückzug
  • Die Katze versucht zu fressen, schafft es aber nicht

Was du zu Hause versuchen kannst

Kurzfristig hilft oft: Nassfutter leicht anwärmen, damit es intensiver riecht; einen ruhigen, gut erreichbaren Futterplatz abseits von Katzenklo und Waschmaschine anbieten; bei mehreren Katzen getrennte Näpfe stellen; frisches Wasser an mehreren Stellen. Zwangsfüttern solltest du nicht. Das erzeugt Futteraversion und verzögert die Abklärung. Auch das "Aushungern" bei mäkeligen Katzen ist keine gute Idee.

Was in der Praxis passiert

Allgemeine Untersuchung inklusive Maulhöhle, Abtasten des Bauchs, Temperatur, meist Blutbild und Organwerte und je nach Verdacht Ultraschall. Bei längerer Nahrungskarenz gehört der Aufbau der Futteraufnahme selbst zur Therapie.

Ersetzt keine tierärztliche Beratung

Fressunlust ist bei Katzen ein unspezifisches, aber ernstzunehmendes Symptom. Im Zweifel lieber einmal zu früh vorstellen als zu spät.

Bereit für den nächsten Schritt?

Finde jetzt eine passende Praxis und stell unverbindlich eine Anfrage.