Husten bei Hund und Katze: harmlos oder Warnsignal?
19. August 20262 Min. Lesezeit
Husten ist ein Schutzreflex: er befreit die Atemwege. Er kann nach einem Verschlucken einmalig auftreten und wieder verschwinden. Hält er an, ist er dagegen ein Symptom, hinter dem sehr unterschiedliche Ursachen stecken können.
Was die Art des Hustens verrät
Die Beschreibung hilft der Praxis oft mehr, als man denkt:
- Trocken und bellend, oft anfallsartig und mit Würgen am Ende: typisch für eine Reizung der oberen Atemwege, etwa beim Zwingerhusten
- Feucht und rasselnd: Hinweis auf Sekret in den tieferen Atemwegen
- Nachts oder im Liegen schlimmer, verbunden mit schneller Ermüdung: lässt an eine Herzerkrankung denken
- Anfallsartiges "Gänsegeschnatter" bei kleinen Rassen: kann auf einen Luftröhrenkollaps hinweisen
- Bei der Katze: ein flach geduckter Hustenanfall mit gestrecktem Hals wird häufig für einen Haarballen gehalten und ist oft Katzenasthma
Wann du zeitnah in die Praxis solltest
- Husten hält länger als ein paar Tage an oder wird stärker
- Zusätzlich Fieber, Fressunlust oder Mattigkeit
- Blutiger oder eitriger Auswurf
- Atemnot, blaue oder blasse Schleimhäute, dann sofort, siehe Atemnot bei Hund und Katze
- Deine Katze hustet: bei Katzen ist Husten seltener harmlos als beim Hund und sollte grundsätzlich abgeklärt werden
- Das Tier ist sehr jung, sehr alt oder chronisch krank
Häufige Ursachen
Beim Hund: Infektionen der Atemwege, Zwingerhusten, Luftröhrenkollaps, Herzerkrankungen, Lungenwürmer, allergisch bedingte Bronchitis, Fremdkörper wie Grannen und (bei älteren Tieren) Tumoren. Bei der Katze stehen Asthma, Infektionen der oberen Atemwege im Rahmen des Katzenschnupfens und Lungenwürmer im Vordergrund.
Was in der Praxis passiert
Nach dem Abhören folgen je nach Verdacht Röntgen oder Ultraschall, Blutwerte, eine Kotuntersuchung auf Lungenwürmer und in manchen Fällen eine Spiegelung der Atemwege. Hustenstiller sind nicht in jedem Fall sinnvoll: bei Sekret in der Lunge ist Abhusten erwünscht.
Was du zu Hause tun kannst
Rauch, Duftkerzen, Sprays und stark staubende Katzenstreu meiden, Luftfeuchtigkeit im Winter erhöhen, beim Hund vom Halsband auf ein Brustgeschirr wechseln und Anstrengung reduzieren, solange die Ursache unklar ist. Nützlich für den Termin: ein kurzes Video eines Hustenanfalls und eine Notiz, wann und wie oft er auftritt.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Husten ist ein Symptom vieler Erkrankungen, von harmlos bis ernst. Die Unterscheidung gelingt nur mit Untersuchung.
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