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Symptome & wann zum Tierarzt

Rote, tränende Augen bei Hund und Katze

19. August 20262 Min. Lesezeit

Am Auge gilt eine einfache Regel: Es verzeiht wenig. Was am Ohr zwei Tage warten kann, kann am Auge in derselben Zeit bleibende Schäden anrichten. Deshalb lohnt es sich, Augensymptome eher früher als später abklären zu lassen.

Sofort in die Praxis

  • Zugekniffenes Auge, das dauerhaft nicht geöffnet wird
  • Starke Schmerzen: Reiben, Kratzen, Berührungsempfindlichkeit
  • Trübung der Hornhaut, milchiger oder bläulicher Schleier
  • Sichtbare Verletzung, Fremdkörper oder Blut im Auge
  • Stark gerötetes Auge mit weiter oder ungleicher Pupille
  • Vorgefallener Augapfel nach einem Unfall, bei kurzköpfigen Rassen auch ohne größere Gewalteinwirkung möglich
  • Plötzliche Orientierungslosigkeit, Anstoßen an Möbeln

Was noch beobachtet werden kann

Etwas klarer Tränenfluss nach einem windigen Spaziergang oder morgendliche Schlafkrümel an den Lidwinkeln sind meist unauffällig, wenn das Auge klar, weit geöffnet und nicht gerötet ist und das Tier sich nicht daran zu schaffen macht. Bleibt es länger als einen Tag oder kommt Ausfluss dazu, gehört es untersucht.

Häufige Ursachen

  • Bindehautentzündung durch Zugluft, Staub, Allergie oder Erreger
  • Fremdkörper, im Sommer vor allem Grannen
  • Hornhautverletzungen durch Kratzer oder Reiben
  • Lid- und Wimpernfehlstellungen, bei manchen Rassen angeboren
  • Zu wenig Tränenflüssigkeit, was zu zähem Schleim und trübem Auge führt
  • Grüner Star mit erhöhtem Augeninnendruck, schmerzhaft und zeitkritisch
  • Katzenschnupfen bei Katzen, oft mit beidseitigem Ausfluss, siehe Katzenschnupfen

Warum keine Tropfen auf Verdacht

Der häufigste Fehler: Reste einer alten Augensalbe. Enthält sie Kortison und liegt eine Hornhautverletzung vor, kann sich der Defekt dramatisch verschlechtern. Ob Kortison erlaubt ist, entscheidet ein Test mit Fluoreszein-Farbstoff, der Verletzungen sichtbar macht. Das dauert in der Praxis zwei Minuten. Angebrochene Tropfen sind zudem nach kurzer Zeit nicht mehr keimfrei.

Erste Hilfe zu Hause

Das Auge mit klarem Wasser oder steriler Kochsalzlösung vorsichtig ausspülen, wenn Staub oder Chemikalien im Spiel waren. Verkrustungen mit einem sauberen, feuchten Tuch von innen nach außen abwischen: pro Auge ein eigenes Tuch. Reiben verhindern, notfalls mit Halskragen. Fremdkörper, die feststecken, nicht selbst entfernen.

Bei diesen Tieren besonders aufmerksam

Kurzköpfige Rassen haben große, wenig geschützte Augen und oft einen unvollständigen Lidschluss. Bei ihnen entstehen Hornhautschäden besonders schnell. Auch bei Hunden mit Hautfalten am Kopf lohnt der tägliche Blick aufs Auge.

Ersetzt keine tierärztliche Beratung

Augenerkrankungen lassen sich von außen nicht sicher unterscheiden. Bei Schmerz oder Trübung gilt: heute vorstellen, nicht morgen.

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