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Diabetes bei Hund und Katze: Alltag mit Insulin

19. August 20262 Min. Lesezeit

Die Diagnose Diabetes wirkt zunächst erschlagend. In der Praxis stellt sich meist heraus: Das Spritzen ist der einfachste Teil. Anspruchsvoller ist die Regelmäßigkeit, und die ist gut organisierbar.

Woran du Diabetes erkennst

  • Deutlich mehr trinken und urinieren
  • Großer Appetit bei gleichzeitigem Gewichtsverlust
  • Mattigkeit, stumpfes Fell
  • Beim Hund: rasch eintrübende Augenlinsen als Folge des Zuckerstoffwechsels
  • Bei der Katze: durchgetretene Sprunggelenke, also ein auffällig flacher Gang hinten

Werden diese Zeichen übersehen, kann eine lebensbedrohliche Stoffwechselentgleisung folgen: mit Erbrechen, Schwäche, schneller Atmung und süßlichem Atemgeruch. Das ist ein Notfall.

Wie der Alltag aussieht

Feste Zeiten. Insulin wird in der Regel zweimal täglich im Abstand von etwa zwölf Stunden gegeben, meist direkt im Zusammenhang mit einer Mahlzeit. Wecker stellen; ein bis zwei Stunden Abweichung sind bei den meisten Tieren tolerierbar, ein halber Tag nicht.

Fütterung mit Struktur. Definierte Portionen zu festen Zeiten, zwischendurch keine wechselnden Leckerlis. Hunde profitieren von faserreichem Futter, Katzen meist von protein- und kohlenhydratarmem Nassfutter.

Insulin richtig handhaben. Kühl lagern, nicht schütteln, sondern vorsichtig schwenken, nur die zum Präparat passenden Spritzen verwenden. Unterschiedliche Insuline haben unterschiedliche Konzentrationen. Die Injektion erfolgt unter die Haut, mit wechselnder Stelle.

Dokumentieren. Ein einfaches Heft mit Uhrzeit, Dosis, Futtermenge, Trinkmenge und Auffälligkeiten. Diese Aufzeichnungen sind die Grundlage jeder Dosisanpassung.

Im Zweifel lieber eine Insulingabe auslassen als doppelt geben. Zu wenig Insulin ist über wenige Stunden ungefährlich, zu viel kann es nicht sein.

Unterzuckerung erkennen

Zittern, Schwäche, Taumeln, Desorientierung, Krampfanfall. Wenn dein Tier noch schlucken kann, hilft laut Anleitung deiner Praxis Zuckerlösung oder Honig auf die Maulschleimhaut. Danach sofort in die Praxis, auch wenn es besser wird. Bei Bewusstlosigkeit nichts eingeben und direkt fahren, siehe Krampfanfall. Halte immer eine Zuckerquelle griffbereit, auch unterwegs.

Kontrollen und Verlauf

Nach dem Einstellen sind engmaschige Kontrollen üblich, später meist alle drei bis sechs Monate: mit Gewicht, Blutwerten und je nach Praxis einem Blutzuckerprofil oder einem Sensor. Manche Praxen leiten dazu an, den Blutzucker zu Hause zu messen; das ist stressärmer und liefert oft verlässlichere Werte.

Eine gute Nachricht speziell für Katzen: Bei einem Teil der Tiere kann sich der Insulinbedarf unter guter Einstellung und Gewichtsreduktion zurückbilden. Übergewicht ist einer der wichtigsten Risikofaktoren überhaupt, siehe Übergewicht bei Hund und Katze.

Was den Verlauf stört

Andere Erkrankungen bringen die Einstellung durcheinander: Zahnprobleme, Harnwegsinfekte, Hautentzündungen, bei unkastrierten Hündinnen der Zyklus. Wenn der Insulinbedarf plötzlich steigt, lohnt die Suche nach einer solchen Begleiterkrankung.

Ersetzt keine tierärztliche Beratung

Dosierung, Insulinart und Fütterungsplan legt ausschließlich die behandelnde Praxis fest.

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