Nierenerkrankung bei der Katze: Alltag und Betreuung
19. August 20262 Min. Lesezeit
Die chronische Niereninsuffizienz gehört zu den häufigsten Erkrankungen älterer Katzen. Sie schreitet langsam voran, und lässt sich gut begleiten, wenn sie früh erkannt wird.
Warum sie so spät auffällt
Nierengewebe hat große Reserven. Erst wenn ein erheblicher Teil der Funktion verloren ist, steigen die klassischen Blutwerte an. Bis dahin wirkt die Katze weitgehend normal. Genau deshalb ist die halbjährliche Vorsorgeuntersuchung ab etwa sieben Jahren so wertvoll, siehe Vorsorge bei der Seniorkatze.
Zeichen, die du ernst nehmen solltest
- Mehr trinken und größere Klumpen im Katzenklo: oft das erste Signal, siehe Trinkt viel
- Gewichtsverlust trotz scheinbar normalem Fressen
- Struppiges Fell, weil weniger geputzt wird
- Wählerisch beim Futter, Übelkeit, Erbrechen
- Mundgeruch nach Ammoniak, siehe Mundgeruch
- Mattigkeit, mehr Schlaf, weniger Interesse
Was in der Praxis passiert
Zur Abklärung gehören Blutuntersuchung inklusive Nierenwerten, eine Harnuntersuchung mit Bestimmung der Konzentration und des Eiweißgehalts, Blutdruckmessung und häufig Ultraschall. Der Blutdruck wird oft vergessen und ist wichtig: Bluthochdruck schädigt Nieren, Augen und Gehirn zusätzlich und ist gut behandelbar.
Die Alltagsroutine
Wasser überall. Mehrere Näpfe in verschiedenen Räumen, weg von Futter und Katzenklo, dazu ein Trinkbrunnen. Viele Katzen trinken deutlich mehr, wenn das Wasser bewegt ist.
Nassfutter bevorzugen. Über die Nahrung aufgenommene Flüssigkeit ist der einfachste Hebel überhaupt.
Nierendiät, wenn empfohlen. Sie ist eine der wenigen Maßnahmen mit klar belegtem Nutzen. Umstellung langsam über Wochen, alt und neu mischen. Eine Katze, die die Diät verweigert, bringt nichts. Nie hungern lassen.
Kleine Portionen, mehrmals täglich, leicht angewärmt.
Ruhiger Futterplatz und niedrige, gut erreichbare Katzenklos, damit der häufigere Gang leichtfällt.
Gewicht dokumentieren. Einmal im Monat wiegen und notieren. Das ist der empfindlichste Verlaufsmarker, den du zu Hause hast.
Kontrollen
Je nach Stadium sind Kontrollen alle drei bis sechs Monate üblich, in instabilen Phasen häufiger. Dabei werden Blutwerte, Harn, Blutdruck und Gewicht verglichen. Nimm zu jedem Termin deine Notizen mit: Trinkmenge, Appetit, Erbrechen, Gewicht.
Wann du früher anrufen solltest
Wenn deine Katze gar nicht mehr frisst, wiederholt erbricht, deutlich schwächer wird, nicht mehr uriniert oder plötzlich orientierungslos wirkt. Mehr dazu: Katze frisst nicht.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Therapie und Diät werden individuell nach Stadium und Begleiterkrankungen festgelegt.
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