Herzerkrankungen bei Hund und Katze erkennen
19. August 20262 Min. Lesezeit
Herzerkrankungen entwickeln sich meist über Jahre. Der Körper gleicht lange aus, und wenn die Symptome sichtbar werden, ist die Erkrankung oft schon fortgeschritten. Wer die frühen Zeichen kennt, gewinnt Zeit.
Frühzeichen beim Hund
- Husten, besonders nachts oder im Liegen, siehe Husten bei Hund und Katze
- Schnellere Ermüdung auf gewohnten Runden, Stehenbleiben
- Erhöhte Atemfrequenz im Schlaf
- Ruhelosigkeit nachts, häufiges Umlegen
- Kurze Schwächeanfälle oder Umkippen bei Aufregung
- Gewichtsverlust und Muskelabbau im späteren Verlauf
Warum Katzen anders sind
Katzen kaschieren Herzerkrankungen fast vollständig: sie reduzieren einfach ihre Aktivität, und das fällt im Alltag kaum auf. Häufig ist die erste sichtbare Äußerung bereits ein Notfall: plötzliche Atemnot oder eine Lähmung der Hinterbeine mit lautem Schmerzausdruck, wenn ein Blutgerinnsel ein Gefäß verschließt. Deshalb ist bei Katzen das Abhören bei jeder Vorsorgeuntersuchung so wichtig, auch wenn nicht jedes Herzgeräusch krankhaft ist und nicht jede Erkrankung ein Geräusch macht.
Die Atemfrequenz im Schlaf: der beste Heimtest
Zähl die Atemzüge deines schlafenden Tieres eine Minute lang: ein Heben und Senken des Brustkorbs zählt als ein Atemzug. Werte im Ruheschlaf liegen bei gesunden Hunden und Katzen üblicherweise unter etwa 30 pro Minute. Notiere den Wert zweimal pro Woche. Ein anhaltender Anstieg über mehrere Tage ist eines der zuverlässigsten Frühwarnzeichen für Flüssigkeit in der Lunge, oft bevor Husten oder Atemnot auftreten. Steigt der Wert deutlich, ruf in der Praxis an.
Zwei Minuten Zählen pro Woche verschaffen oft mehrere Tage Vorsprung.
Was in der Praxis passiert
Abhören von Herz und Lunge, Beurteilung von Puls und Schleimhäuten, dazu je nach Verdacht Röntgen des Brustkorbs, Herzultraschall, EKG, Blutdruckmessung und Blutwerte. Der Herzultraschall ist die entscheidende Untersuchung, um Art und Stadium zu bestimmen. Viele Praxen überweisen dafür an Kolleg:innen mit entsprechendem Schwerpunkt.
Leben mit der Diagnose
Medikamente werden nach Stadium ausgewählt und wirken oft über Jahre gut. Wichtig sind konsequente Einnahmezeiten, salzarme Fütterung nach Vorgabe, angepasste, gleichmäßige Bewegung ohne Belastungsspitzen, Vermeidung von Hitze und Aufregung sowie regelmäßige Kontrollen. Bei jeder geplanten Narkose sollte die Herzerkrankung vorab bekannt sein.
Wann sofort in die Praxis
Bei Atemnot, blauen oder blassen Schleimhäuten, Kollaps, plötzlicher Lähmung der Hinterhand oder aufgeblähtem Bauch mit Schwäche: das sind Notfälle, siehe Notdienst.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Genannte Richtwerte dienen der Orientierung. Die Einordnung im Einzelfall gehört in die Praxis.
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