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Krankheiten im Überblick

Schilddrüse bei Hund und Katze: zwei gegensätzliche Erkrankungen

19. August 20262 Min. Lesezeit

Die Schilddrüse steuert den Grundumsatz. Bemerkenswert ist, dass Hunde und Katzen typischerweise in entgegengesetzte Richtungen erkranken: beim Hund ist die Unterfunktion typisch, bei der Katze die Überfunktion.

Beim Hund: Unterfunktion

Der Stoffwechsel läuft zu langsam. Die Symptome entwickeln sich schleichend und werden häufig dem Alter zugeschrieben:

  • Gewichtszunahme ohne mehr Futter
  • Antriebslosigkeit, weniger Ausdauer, Kälteempfindlichkeit
  • Fellprobleme: stumpfes Haar, symmetrischer Haarausfall an den Flanken, dünne Rute, schlechte Wundheilung
  • Verdickte, teigige Haut, häufige Hautinfektionen, siehe Hautprobleme und Juckreiz
  • Manchmal Verhaltensänderungen wie Reizbarkeit

Betroffen sind meist Hunde mittleren Alters, häufiger bei größeren Rassen. Die Behandlung besteht in der lebenslangen Gabe von Schilddrüsenhormon in Tablettenform. Sie schlägt meist gut an, die ersten Verbesserungen in Aktivität und Fell zeigen sich über Wochen.

Bei der Katze: Überfunktion

Der Stoffwechsel läuft zu schnell. Typisch sind ältere Katzen ab etwa zehn Jahren:

  • Gewichtsverlust trotz sehr gutem Appetit: das Leitsymptom
  • Unruhe, nächtliches Rufen, erhöhte Reizbarkeit
  • Struppiges Fell, vermehrtes Haaren
  • Erbrechen oder Durchfall
  • Mehr Trinken und Urinieren
  • Erhöhter Blutdruck und erhöhte Herzfrequenz

Behandlungswege sind Tabletten oder Gel zum Auftragen, eine spezielle jodarme Diät, eine Operation oder eine Radiojodtherapie. Welcher Weg passt, hängt von Alter, Nierenwerten und Begleiterkrankungen ab.

Gewichtsverlust bei guter Fresslust ist bei einer älteren Katze immer ein Grund für eine Blutuntersuchung, nicht für ein größeres Futter.

Warum die Nieren mitbeurteilt werden

Eine Überfunktion treibt die Durchblutung der Nieren nach oben und kann eine gleichzeitig bestehende Nierenerkrankung maskieren. Wird die Schilddrüse eingestellt, treten die Nierenwerte erst hervor. Deshalb werden beide Bereiche gemeinsam kontrolliert und die Einstellung schrittweise angepasst.

Wie abgeklärt wird

Grundlage ist die Blutuntersuchung mit den Schilddrüsenwerten, ergänzt um Nierenwerte, Blutdruck und beim Verdacht auf Überfunktion das Abtasten des Halses. Ein einzelner Wert reicht nicht immer: Andere Erkrankungen und manche Medikamente verschieben die Ergebnisse, sodass gelegentlich eine Wiederholung oder ein weiterführender Test nötig ist.

Verlaufskontrollen

Nach Therapiebeginn sind Kontrollen zunächst nach wenigen Wochen üblich, später in der Regel halbjährlich: mit Blutwerten, Gewicht und Blutdruck. Regelmäßiges Wiegen zu Hause und eine kurze Notiz zu Appetit und Aktivität helfen bei der Feineinstellung.

Ersetzt keine tierärztliche Beratung

Beide Erkrankungen lassen sich nur über Laborwerte sichern und erfordern eine individuell angepasste Therapie.

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