Zähneputzen bei Hund und Katze: so klappt die Gewöhnung
19. August 20262 Min. Lesezeit
Zahnerkrankungen gehören zu den häufigsten Befunden bei Hunden und Katzen ab dem mittleren Alter. Das Gute daran: Kaum eine andere Maßnahme im Alltag hat so viel Wirkung wie regelmäßiges Zähneputzen, und kaum eine wird so selten gemacht.
Warum Putzen und nicht nur Kauen
Beläge verhärten innerhalb weniger Tage zu Zahnstein, der sich mechanisch nicht mehr wegkauen lässt. Entscheidend ist der Zahnfleischrand: genau die Stelle, die Kauartikel kaum erreichen. Deshalb gilt: Putzen ist das Fundament, alles andere ist Ergänzung.
Die Gewöhnung in kleinen Schritten
Plane zwei bis vier Wochen ein und mach nie den nächsten Schritt, bevor der aktuelle entspannt läuft. Zehn bis dreißig Sekunden pro Einheit reichen.
- Berührung am Kopf akzeptieren lassen, Lefze kurz anheben, sofort loben und belohnen.
- Zahnpasta anbieten: vom Finger ablecken lassen. Tiergeeignete Pasten schmecken nach Huhn oder Malz und müssen nicht ausgespuckt werden.
- Mit dem Finger an den Außenflächen der Eckzähne entlangfahren.
- Fingerling oder weiche Bürste einführen, zunächst nur vorne.
- Nach hinten ausweiten, in kleinen kreisenden Bewegungen am Zahnfleischrand.
Wichtig: Nur die Außenflächen putzen. Die Innenseiten reinigt die Zunge weitgehend selbst, und der Versuch, dorthin zu kommen, kostet die meisten Halter:innen die Kooperation ihres Tieres.
Was du nicht verwenden solltest
Keine Zahnpasta für Menschen: Fluorid und Süßstoffe wie Xylit sind für Tiere nicht geeignet, Xylit ist für Hunde giftig. Ebenso wenig geeignet: harte Bürsten, Backpulver-Hausmittel und Werkzeuge zum Abkratzen von Zahnstein. Letztere beschädigen den Zahnschmelz und lassen die Zahnfleischtaschen (den eigentlich kritischen Bereich) unberührt.
Katzen sind machbar, aber anders
Bei Katzen funktioniert die Gewöhnung am besten sehr früh und in sehr kurzen Einheiten, oft mit einem Fingerling statt einer Bürste. Zwing nichts: Eine Katze, die sich einmal ernsthaft gewehrt hat, lässt sich schwer zurückgewinnen. Wenn Putzen nicht gelingt, sind regelmäßige Kontrollen umso wichtiger, gerade wegen der bei Katzen häufigen Zahnresorption.
Sinnvolle Ergänzungen
Zahnpflegefutter mit größerer Krokettenstruktur, Kauartikel in angemessener Härte und Zusätze fürs Trinkwasser können die Belagsbildung verlangsamen. Faustregel für Kauartikel: Was du mit dem Daumennagel nicht eindrücken kannst, ist zu hart: Geweih, Markknochen und Hufe sind häufige Ursachen für abgebrochene Zähne.
Kontrolle bleibt Pflicht
Auch bei guter Pflege gehört das Gebiss einmal jährlich in die Vorsorgeuntersuchung. Anzeichen, die nicht warten sollten, stehen in Mundgeruch bei Hund und Katze; zur professionellen Reinigung siehe Zahnreinigung: Kosten und Ablauf.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Häusliche Pflege beugt vor, ersetzt aber keine Behandlung bereits bestehender Zahnerkrankungen.
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