Fellpflege beim Hund: bürsten, baden, scheren
19. August 20262 Min. Lesezeit
Fellpflege ist mehr als Optik: Beim Bürsten fällt auf, was sonst unter dem Haar verborgen bleibt: Zecken, Knoten, wunde Stellen, Schmerzpunkte. Wer regelmäßig bürstet, betreibt nebenbei die günstigste Gesundheitsvorsorge überhaupt.
Wie oft, je nach Felltyp
- Kurzhaar ohne Unterwolle (etwa Dobermann, Boxer): einmal pro Woche reicht, in der Regel mit einem Gummistriegel.
- Kurzhaar mit dichter Unterwolle (etwa Labrador, Malinois): zwei- bis dreimal pro Woche, im Fellwechsel täglich.
- Langhaar mit Unterwolle (etwa Berner Sennenhund, Collie): mehrmals pro Woche gründlich bis auf die Haut.
- Seidiges Langhaar ohne Unterwolle (etwa Yorkshire Terrier, Shih Tzu): täglich, sonst verfilzt es.
- Lockenfell (etwa Pudel, Bichon): mehrmals wöchentlich durchkämmen plus regelmäßiger Schnitt, weil es kaum haart und stattdessen weiterwächst.
- Rauhaar (etwa Schnauzer, Terrier): Trimmen statt Scheren, damit die Struktur erhalten bleibt.
Verfilzungen richtig behandeln
Kleine Knoten lassen sich vorsichtig von außen nach innen auflösen, mit der Hand als Zugentlastung an der Haut. Große, hautnahe Matten dagegen nicht herausschneiden. Darunter liegt oft entzündete Haut, und die Verletzungsgefahr mit der Schere ist hoch. Das gehört ausgeschoren, im Zweifel in der Praxis oder beim Fachsalon. Besonders heikel sind Achseln, Ohren, hinter den Ohren, Rutenansatz und der Bereich zwischen den Ballen.
Baden: weniger ist mehr
Zu häufiges Baden stört den Säureschutzmantel und trocknet die Haut aus. Juckreiz und stumpfes Fell sind die Folge. Ein gesunder Hund braucht selten mehr als alle paar Monate ein Bad. Wenn, dann mit einem Shampoo für Hunde: Menschenshampoo hat einen anderen pH-Wert. Vorher gründlich durchbürsten, lauwarm waschen, sehr gründlich ausspülen (Shampooreste sind eine häufige Juckreizursache) und gut trocknen, bei Unterwolle notfalls mit kühler Föhnstufe. Medizinische Shampoos werden nach Anweisung angewendet, meist mit einer Einwirkzeit.
Wenn ein Hund plötzlich stark riecht oder das Fell schnell wieder fettig wird, ist das kein Pflegeproblem, sondern ein Grund zur Untersuchung.
Scheren: nicht bei jedem Fell sinnvoll
Bei doppeltem Haarkleid mit Deckhaar und Unterwolle (etwa Husky, Spitz, Sennenhunde) schützt das Fell im Sommer auch vor Hitze und Sonnenbrand. Wird es abgeschoren, kann es ungleichmäßig oder verändert nachwachsen. Besser: Unterwolle konsequent auskämmen. Bei Lockenfell und bei stark verfilztem Fell ist Scheren dagegen richtig. Zur Abkühlung im Sommer helfen andere Maßnahmen, siehe Hitzschlag beim Hund.
Der Rundum-Check beim Bürsten
Ohren anschauen und riechen, siehe Ohrenentzündung. Krallenlänge prüfen, siehe Krallenpflege. Ballen und Zwischenzehenbereich kontrollieren. Haut auf Rötungen, Schuppen und Parasiten absuchen, siehe Flöhe und Zecken. Und nebenbei nach Knoten tasten.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Anhaltender Juckreiz, kahle Stellen, Schuppen oder Geruch sind Krankheitszeichen und keine Pflegefrage.
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