Mundgeruch bei Hund und Katze: Ursachen und was hilft
19. August 20262 Min. Lesezeit
"Hundeatem" gilt vielen als normal. Er ist es nicht. Deutlicher Mundgeruch ist in den allermeisten Fällen ein Hinweis auf eine behandlungsbedürftige Erkrankung im Maul, und manchmal auf mehr.
Warum das mehr als ein Geruchsproblem ist
Hinter dem Geruch stecken meist bakterielle Beläge am Zahnfleischrand. Sie führen zu Entzündung, Zahnfleischrückgang und schließlich zum Verlust des Zahnhalteapparats. Das ist chronisch schmerzhaft, und Tiere zeigen diesen Schmerz kaum: Sie fressen weiter, weil sie müssen. Auffällig wird es oft erst, wenn nach einer Zahnsanierung ein zehn Jahre alter Hund wieder spielt.
Häufige Ursachen im Maul
- Zahnstein und Zahnfleischentzündung: die häufigste Ursache bei Hund und Katze
- Lockere oder abgebrochene Zähne, freiliegende Wurzeln
- Zahnresorption bei Katzen: schmerzhafte Auflösung der Zahnsubstanz, häufig und von außen schwer zu erkennen
- Entzündung der gesamten Maulschleimhaut, vor allem bei Katzen
- Fremdkörper, etwa ein zwischen den Zähnen verkeilter Holzsplitter oder ein Faden unter der Zunge
- Umfangsvermehrungen im Maul, siehe Knoten unter der Haut
Wenn die Ursache nicht im Maul liegt
Manche Geruchsmuster deuten woanders hin: ein süßlich-acetonartiger Geruch auf Diabetes, ein Geruch nach Urin oder Ammoniak auf fortgeschrittene Nierenprobleme, ein fauliger Geruch auf Erkrankungen der Speiseröhre oder des Magens. Solche Beobachtungen gehören unbedingt in die Praxis berichtet.
Wann du einen Termin machen solltest
- Mundgeruch, der plötzlich auftritt oder deutlich zunimmt
- Rotes, geschwollenes oder blutendes Zahnfleisch
- Speicheln, Pfote am Maul, einseitiges Kauen
- Futter fällt aus dem Maul oder das Tier meidet harte Bissen
- Gewichtsverlust, siehe Katze frisst nicht
- Zusätzlich verändertes Trinkverhalten, siehe Hund trinkt viel
Was in der Praxis passiert
Eine vollständige Beurteilung des Gebisses ist wach nicht möglich. Zahnfleischtaschen und Wurzeln sieht man erst in Narkose und im Zahnröntgen. Deshalb umfasst eine professionelle Behandlung Untersuchung, Reinigung oberhalb und unterhalb des Zahnfleischrands, Politur und gegebenenfalls Extraktionen. Was das kostet, steht in Zahnreinigung bei Hund und Katze.
Vorbeugen im Alltag
Am wirksamsten ist tägliches Zähneputzen mit tiergeeigneter Zahnpasta: wie man Hund und Katze schrittweise daran gewöhnt, steht in Zahnpflege im Alltag. Ergänzend gibt es Zahnpflegefutter und Kauartikel; sehr harte Gegenstände wie Geweihstücke oder Markknochen sind dagegen eine häufige Ursache für Zahnfrakturen.
Ersetzt keine tierärztliche Beratung
Mundgeruch ist ein Symptom. Welche Ursache dahintersteckt, zeigt erst die Untersuchung des Mauls.
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